Rainer & Family
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Dachstein

Bergeinsamkeit findet man am Dachstein keine. Die Möglichkeit mittels Seilbahn bequem die Gletscherfläche zu erreichen, die zudem Dank einer präparierten Trasse auch für Nichtbergsteiger gefahrlos zu begehen ist, zieht die Besucher in Scharen an. Wer also als ambitionierter Gipfelstürmer den Weg von der Hunerscharte zur Seethalerhütte zurücklegt, kann sich reichlich deplaziert vorkommen. Aber es gibt genügend Sehenswürdigkeiten und Schönheiten am weitläufigen Dachteinmassiv zu entdecken, auf die man während des Gletscherspaziergangs seine Blicke richten kann. Insgesamt bietet der Aufstieg von der Talstation bis zum Hohen Dachstein eine sehr abwechslungsreiche und niemals langweilige Tour, bei der es sich bedenkenlos lohnt, die ersten 1000 Höhenmeter per pedes zu bewältigen, und auf eine Aufstiegshilfe zu verzichten.

Aufstieg: Links neben der Talstation beginnt der Wanderweg zur Dachstein-Südwandhütte. Der Pfad führt uns in gemächlicher Steigung näher an die Südwände des Massivs heran. Nach 20 Minuten vollzieht der Weg einen Linksknick, in weiteren 10 Minuten erreichen wir die Dachstein-Südwandhütte. Hinter der Hütte schängelt sich der Weg nun steil über einen grasigen Buckel. Wir queren im Anschluss einen felsigen Hang und erreichen einen großen Kessel, den Oberen Schwadering. Nun durchsschreiten wir zuerst den Markierungen folgend und ohne viel Höhengewinn das Kar, bevor der Weg uns in Serpentinen bis zum Einstieg des Hunerscharten-Klettersteigs geleitet.

Der Klettersteig begrüßt uns zuerst mit einer Steilstufe (B). Nach dem ersten Höhengewinn biegen wir nach rechts in eine Querung (A/B) ein, bevor es in einer weiteren Querung wieder nach links auf die Wände des Hunerkogels zugeht. Nach einer kurzen Felsstufe (A/B) und einem schmalen Durchschlupf erreichen wir den Abzweig zum Sky-Walk-Klettersteig. Dieser Steig ist mit E (= extrem schwierig) eingestuft, und bleibt somit den erfahrenen und hartgesottenen Klettersteiggängern vorbehalten. Wir folgen dem Hunerschartensteig, biegen nach rechts ab, klettern zuerst über eine kurze senkrechte Stufe (B, ausgesetzt), und steigen unter Zuhilfenahme von Trittstiften eine plattige Rampe bis zur Hunerscharte empor.

Links über uns am Hunerkogel thront die Bergstation der Seilbahn. Wir umrunden den Hunerkogel an dessen rechter Seite, und stapfen über das Firnfeld bis zum präparierten Gletscherweg empor, der von der Bergstation wegführt. Rechts von uns ragt der imposante Hohe Gjaidstein aus den weiten Gletscherflächen heraus. Die Trasse selbst führt nun leicht bergab und an das markante Dirndl heran, das wir an ihren rechten Ausläufern passieren. Nun steilt der Gletscherweg wieder etwas an. Vor uns baut sich nun die Ostschulter des Hohen Dachsteins auf. Sobald die Trasse einen Linksbogen hinüber zur Seethalerhütte vollzieht, verlassen wir dien Gletscherweg und steuern nun den rechten Rand der Schulter an.

Die ersten zehn Höhenmeter des Steigs führen ohne Seilversicherung und über Trittstifte entlang eines Risses steil empor (I+, luftig). An einer Stufe (B) beginnt nun das Drahtseil, das uns zuerst zum Gratausläufer der Schulter bringt. Im Anschluss queren wir zuerst die rechte Flanke der Schulter (A/B), und steigen über mehrere Stufen zügig empor (B und A/B). Wir erreichen eine Einschartung, die wir über eine plattige Wand (B, Trittstifte) durchsteigen. Nun befinden wir uns direkt auf der Schneide. Der Blick richtet sich dabei immer wieder auf den spaltigen Gletscher rechts unter uns, an dessen oberen Ende sich der Einstieg zum Randkluftklettersteig befindet. Über den Grat erreichen wir eine weitere senkrechte Stufe (B), bevor wir über eine luftige Querung (A) auf den Randkluftklettersteig treffen.

Direkt nach dem Aufeinandertreffen beider Steige überwinden wir mit einem großen Schritt einen Felsspalt (B). Nun führt uns der seit 2007 durchgängig mit Drahtseil versicherte Randkluftsteig über gut gestufte Schrofen (Achtung, Steinschlag!) und ohne Schnörkel bis zum Gipfelkreuz des Hohen Dachsteins (meist A/B).

 

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